Druckschrift 
3 (1843)
Entstehung
Seite
45
Einzelbild herunterladen
 

43

gen Fräuleins anmeldete, welche ihr Anliegen nicht seinenDienern eröffnen wolle.

Der hochbegabte Kämmerer blickte etwas verdrieß-lich auf von der schönen Handschrift mit den silbernenVersen Petrarka'S, welche auf seinem Tische offen dalag,und nachdem er vor sich hin gemurmelt:Nur dem Kö-nig Edward ist das Gesicht eines Weibes nie unwillkom-men!" hieß er den Pagen den Besuch hereinführen.

Das Frauenzimmer trat ein, und die Thüre schloßsich hinter ihr.

Sey nicht in Unruhe, Mädchen," sagte Hastings, -gerührt von der verschämt gesenkten Haltung des halb-verhüllten Gesichts, und der nicht zu verkennenden, scheuenSittsamkett des ganzen Wesens seines Besuchs:Washast Du mir zu sagen?"

Beim Ton dieser Stimme fuhr Sybille Warner zu-sammen und stieß einen leisen Ausruf aus. Der Fremdevon dem Vergnügungsplatz stand vor ihr. Jnstinktmäßigzog sie den Schleier noch dichter um ihr Angesicht, undlegte ihre Hand auf den Riegel der Thüre, wie wenn essie drängte, sich zurückzuztehen.

Des Edelmanns Neugier war rege geworden. Erbetrachtete von Neuem aufmerksam die Gestalt, welchevor seinem Blick zurückzubeben schien; dann-langsamaufstehend, trat er auf sie zu und legte die Hand anfthrenArm.Mädchen, ich erkenne Dich wieder," sagteerin einem Tone, welcher kalt und streng klangwelchenBulwcr's Romane, lklll. 4,