18
drang Alles eine wilde, heftige Aufregung — es war wiedas Gesicht eines im Schlaf Wandelnden; und in der er-sten Verwirrung des Erwachens glaubte Sybille wirklich,diest fest ihres Vaters Zustand. Aber dis ungeduldigeHeftigkeit, womit er ihren Arm, den er gefaßt hielt,schüttelte, und krampfhaft die andere Hand öffnend, wie-derholte- „das Gold, Sybille, — das Gold! Wann» hastDu es mir verheimlicht?" überzeugte sie bald, daß ihresVaters Geist unter der Einwirkung der ihn ganz beherr-schenden Krankheit stehe, die seine ganze Schwäche undseine ganze Stärke ausmachte,
„Mein armer Vater," sagte sie in mitleidigem Tone,„willst Du Dir nicht selbst die Mittel übrig lassen, um Kraftund Gesundheit für deine hohen Hoffnungen aufrecht zuerhalten? Ach Vater, deine Sybille hat ihren ärmlichenErwerb nur für Dich gespart und gesammelt!"
„Das Goto," sagte Adam maschinenmäßig, aber lnsanfterem Tone — „Alles, Alles waö Du hast. Wie hastDu es bekommen — wie?"
„Durch die Arbeit dieser Hände. Ach! schau mich nichtzürnend an!"
„Du — das Kind ritterlicher Bäier — Du arbei-ten!" sagte Adam, und ein Strahl des Instinkts seinerfrüher» Verhältnisse als edelgeborner und hochherzigerJüngling zuckte i» seinen Auge». „Es war Unrecht vonDir!"
„Arbeitest Du nicht auch?"
„Ja, aber für die Welt. Nun — das Gold!"