157
Ein groser Vorzug Uoungs und zugleich «nebedeutende Ursache seiner Uebertreibungen ist seineGewohnheit Gefühle zu verkörpern, seine L'cbe zurPersonifikation. Zum Beispiel:
„Mein Hoffen und »nein FürchtenSchritt ans, und von des Lebens GrenzeSch'n sie, — wolnn? — auf ankerlosen Abgrund."
Diese Beseelung der furchtbaren Bewohner der Meu-schenbrust, diese Begabung oeö dunkeln Unsichtbarenmit Gestalt uud Handlung ist in der eben angeführ-ten Stelle besonders schön. So auch wieder:
Gedanken — geschäftigeG-dankcn — zu geschäftig meinem Frieden,
Durchs dunkle Hinterthor vergangner ZeitIn nächt'ger Stille leise cingestihrt.
Leise, wie Mörder.
.treffe» auf die Geister
Der mir entschwnndnen Freuden.
Oft können wenige Zeilen einer also bildenden Poesieeine eben so reiche Fülle der Schöpferkraft andeuten,als diejenige durch welche Drama und Epos hcrvor-gerufeu wird. Es ist unmöglich einen eindringen-deren Beleg für diese Kraft anzuführen, als wennAoung gleich nach der eben besprochenen Stelle seinemSchmerz selbst eine besondere Eristenz gibt:„Pünktlich
Wie Liebende zu der beschworneu StundeHalt' ich Zusammenkunft mit meinrm Schmerz."
Ruft indeß diese Neigung zur Personifikation DieletBulwer's Roman«. Xl,VIl. 10