irr
Bei den Alten wendet sich die Betrachtung derDichter in der Regel einem heitern Ergebnis; zu,und sucht eine rptkmäsiwe Moral zu gewinnen; ihreTrauer ist mild, n'chi daster, und erhellt sich meistensgegen den Schluß zu:
Viua lingnes et spst'o drevi8pem longam reseoes; stum loguimne fngerit invlsts^elss; csrsie stiem ^uam Minimum crestula pozrero,
Gentese die Gegenwart und vergiß die Zukunt: diesist die Hauptlehre der alten Poesie, wie m.-,n sich ihrunter unter einem südlichen Himmel wol bequemenmag. Indessen trit diese liebliche Form der Weh-muth doch mehr bei de» Römern, als bei den Giie-chen hervor. Durch alle philosophische Doktrinender Leztern windet sich die dunkle, trübende Lehrevon einem unwiderstehlichen Fatum wie eiu bittererStrom, und unter den minder populären Uever-dleibscln der griechischen Poesie bildet eine trostlose,tiefe Schwermuth oft einen überraschenden Gegensazzu der fröhltchern Moral der allgemeiner bekamenStükke. Man wende sich von Anakreon zu denFragmenten des Mimnermus, und man hat sich vonden Rosen zum Grab gewandt: „Dar Leben ist
kurz; — wir lernen von de» Göttern weder Gatesnoch Schlimmes; — das schwarze Schiksal steht voruns; — Alter und To'o sind nahe; — kein Sterb-licher, auf den Zeu« nicht Schmerzen häuft rc."Aus dieser dunklen Quelle der Betrachtung begei-stern sich auch die meisten kontemplativen Schriftsteller