Meine Bekante stellte uns einander vor. Ichbegleitete die Beiden bis an das Hans der Miß D.,wie die fremde Dame, die zugleich die Jüngere war,bieß. Am folgenden Tag machte ich Lezterer einenBesuch. Die also begonnene Bckantschaft war nichtumsonst: troz unserer Jugend — denn Lucie D. warblos siebzehn Jahre glt, und ich beinah noch einJahr jünger - liebten wir uns bald, und mit einerLiebe die, voll von Poesie und Träumen, wie mansie von unserem Alter nothwcndig erwarten muste,gleichwol.eben so dauerhaft, eben so stark gefühltwar, als wäre sie de» tieferen, irdischen, Quellenentsprungen, ans welchen das spätere Leben seineLeidenschaften zieht.
O Hott! wie wenig dachte ich, welches Schiksalwürde uns die Thorheit unserer Jugend ausdrükken.Wir gaben uns dem Spruch unserer Herzen hin, undvergaßen daß eine Zukunft vor »ns liege. Keinesvon uns hatte «ine weitcrgehende Absicht; wir dach-ten — kindisch, wie wir waren — weder an Heirat,noch häusliche Niederlassung, noch Cinwilligmig derVerwandten. Wir legten unsere Hände in einanderund waren glüklich; wir lasen mit einander dieDichter, und wenn wir unsere Angen vom Buchaufschlngen, trafen sie zusammen, und wir wüstennicht warum unsere Herzen so gewaltsam schlugen;und endlich, wenn wir von Liebe sprachen und ein-ander Lucie und Eduard nanten — wenn wir »nsbeschrieben, was wir in der Abwesenheit von einander