stieß und fand, daß mein Fleis in diesem Fach dem-jenigen des triumphirenden Historikers mindestensgleich gekommen.
Ich war nicht viel über ein Jahr bei G. ge-wesen, als ich an einem schönen Frühlingsmorgeneinen Anfall von Poesie bekam. Das Uebel nahmvon da an stets zu, denn ich pflegte es, und obwoldiejenigen meiner Leistungen, die meinen Freundenunter die Augen kamen, für ziemlich mittelmäßigerachtet wurden, glaube ich doch, daß wenn ich jeeineu dauernden Nachruhm hätte erwerben wollen,es auf dem Weg der Dichtung hätte geschehe» müssen.
Gewöhnlich begleitet die Liebe die Poesie, undin meinem Fall fand kein« Ausnahme von der allge-meinen Regel statt. Etwa «ine halbe Stunde vonS's. Haus war ein kleiner, lieblicher Bach, an wel-chen Einige von »ns in Sommertagen zu gehenpflegten, um zu baden und unsre Mußestunden hin-weg zu schleudern. Zu diesem Lieblingsvrt begab ichmich eines Tags allein und begegnete auf einemFeldweg, der zu dem Wasser führte, zwei Damen,mit bereu Einer ich leichthin bekaut war, da ich siefrüher einmal in einem Haus in der Nachbarschaftgetroffen. Wir hielten an, nm ein Paar Worte znwechseln, und ich bekam das Gesicht ihrer Gefährtinzu sehen. Ach! sollte ich zehntausend Leben auslebeu,so würde doch kein Augenblik sein, in welchem diesesGesicht nicht im Wachen oud Schlafen um michwäre!