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Drittes Bändchen (1835)
Entstehung
Seite
68
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der Poesie! EuripideS war der Erste von den götk^lichen Geistern des Alterkhums, der mich lehrte beiden Träumen der Fantafle zu erglühen, und meineDankbarkeit ist so gros, daß ich bis auf diesen Tagsein« Schauspiele öfter lese, als selbst diejenigenShakespeares, und mir vorstelle, aus der kleinen,alten, wurmstichigen Ausgabe, welche ich damalsvor mir hatte, sprächen Schönheiten zu mir, die fürjedes andere Herz dumpf und leblos seien. Ich stu-dirte jezt mit einem ganz neuen Geist: Ich fing da-mit an zu bewundern, dann das Bewunderte zubetrachten — dann zu kritiflren oder bisweilen nach-zuahmen. Rach zwei Jahren hatte ich die Werkebeinah aller griechischen und lateinischen Dichter,Geschichtschreiber, Redner durchlesen und wiedergelesen. Nur die Philosophen blieben mir verschlossen.Die göttliche Weisheit Plalv's und den scharfen,pakkenden Verstand des Gtagyriten *) zu erläuternund auszubeuten unternahm S. nicht. Doch mußich hievon die abgedroschenen, kleine» Portionen desLeistern ausnehmen, durch welche jeder rechtgläubigeSchulmann seinen kurzen, unwilligen Weg nimt.Gibbon fuhrt in seinen Denkwürdigkebren mit demwolgefälligen Prunk eines Pedanten das Verzeichnißder Bücher au, die er, ich glaube in einem Jahr,gelesen. Man stelle sich die Befriedigung meinerEitelkeit vor, als ich einmal zufällig auf diese Stelle

*) Aristoteles.