fltätskaltber; von keiner besonders tiefen Bildung, aberinnig vertraut mit den Schönheiten und dem feinerenGeist der Schriftsteller, die er gelesen. Nun ist be-taut, welche Autoren ein Univrrsitätsgelehrter liest,und welche er vernachlässigt. Gegenwärtig bin ichmit den am meisten vernachlässigten noch am meistenvertraut, damals aber war iG's natürlich nicht.Eh' ich zu Herrn S. kam, hatte ich nie sonder-lichen Haag zum Studiren beurkundet; die ge-wöhnliche, abgedroschene Art des Kvnstruirens,Analysireus, Auswendiglernens, Abfafsens von Ar»gnmentern, deren höchster Vorzug in der Kunst derUnoriginaliät, — von Versen, deren höchsteSchönheit in gewandten Plagiaten bestand, - allDas hatte mich bei Zeiten mit Kkkel erfüllt und ichwar eben so sehr drauf aus die Stunden zu schwänzen,als mein« Kameraden. Bei Herrn G. wurde esplözlich anders. Am Tag meiner Ankunft wurde dieMedea des Euripides vorgetragen. Zu welch ange-nehmem Genuß wüste G. die Arbeit, die ich bisherfür so mühesam gehalten, zu verwandeln; - wieberedt verweilte er auf jedem dichterischen Ausdruk; —wie reich beleuchtete er jede Schönheit durch Ver-gleichungen und Gegensäzzr ans den Werken andererDichter; welches Leben hauchte er in das dumpfeStudium! wie freudig erhob sich, wie von einemZauberstab berührt, di« griechische Phrase mit ihrenKrähenfüßen, die bisher nur nach Wörterbuch undGrammatik geschmekt hatte, zur Frische und Blüte
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