ihrer Meinung zufolge so nachhaltige« Unglnk. Ichbehauptete ein würdige« Stillschweigen, in« Herzgetroffen von ihrem Jammer »nd ihren Dorwürfen,aber entschlossen kein Zeichen der Reue blikken zu lassen.
„Sehen Sie einmal, Madame," rief der Rek-tor , erbost durch meine Hartnäkkigkeit, „sehen SieLoch einmal dem jungen Herrn ins Gesicht. NehmenSie Neue darauf wahr?" Meine Tante blikte hinund ich trat an« Fenster, um mein Gesicht zu ver-bergen. Die« machte dem Hantel ein Ende, undich kehrte noch an demselben Tag mit meiner Tanteheim, die in mir einen künftigen Auswurf dermenschlichen Gesellschaft und einen für das Lebenuntauglichen Menschen sah, weil mir die gehörigeFähigkeit znr Ertragung der Ohrfeigen abging.
Ein« Woche später befand ich mich im Hanseeine« Herrn, der keine Schule. sondern eine Pensionhielt — rin« feine Unterscheidung, die den Präceptorvom Erzieher sondert. Wir waren unserer etwasechs, von fünfzehn bis achtzehn Jahren. Ec ver-pflichtete sich, uns ans die Universität vorzuberciten,und wirklich fing ich bei ihm zum erstenmal an zulernen. Ich erwachte zur Vrkentniß der Bücher,wie der Menschen. In einem einzigen Jahr durch-lebte ich eine Welt von Gefühlen. Dom Kind wardich auf einmal zum Mann. Doch ich will meineGeschichte methodisch erzälen, und zwar zuerst meineintellektuelle Erziehung. Herr S. war ein eleganter,geschmakvoller Gelehrter, vom althergebrachten Univer-