Druckschrift 
4 (1834)
Entstehung
Seite
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Einen wunderlichen Bewohner haben dieseRuinen," bemerkte der Student; »einen einsamenMaler, der schon seit einigen und zwanzig Jahrenhier wohnt, blos seine Kunst zur Gefährtin. KeinGemach als das welches er inne hat, ist von einemmenschlichen Wesen eingenommen.«

Welche poetische Existenz!" rief Gertrud, cnt-zükt über eine so deutungoolle Einsamkeit.

Mag sein!" eutgegnete der grausame Bane,stets bemüht jede Illusion zu zerstören;wabrschein-licher aber noch hat die Gewohnheit für ihn allDas gelobtet was uns mit Schauern überwältigt,und vielleicht wandelt er unter diesen Ueberresteneber mit dem Bestreben umher, irgend ein rohesStük einer Antiquität wegzubekommen, als daß erseine Einbildungskraft mit den dämmernden Sagennährte, welche die Trümmern mit einer so erhabenenPoesie umkleiden."

Ihre Vermuthung, mein Herr, hat etwasWahres," erwiederte der Deutsche;übrigensist der Maler ein Franzose."

Zu der eigeutbümlichen Schwermuth und Ho-heit der Heidelberger Ruinen, in welchen die gewaltigeKraft einen so auffallenden Gegensaz zu der gänz-lichen Verwüstung bildet, trägt auch das sich hieranfdrängende Gefühl des Fatums bei. Zweimalwurden sie vom Bliz getroffen und sind das Wrakder Elemente, nicht der Menschen. Während der