Ausnahme Scotts, der, beiläufig gesagt, keinEngländer ist, fand ich keinen chevaleresken Dich-ter bei Ihnen."
„Unter uns gesagt," sprach der Student wei-ter, „glaub ich übrigens daß auf unserer gegenwär-tigen Civilisationsstnfe in der Ansicht des gröscrnPublikums über den Werth poetischer Werke einnoch unerörtertes Missverständnis; vorwalte. Nochimmer gereicht die Poesie zur Lust, aber nicht mehrzur Lehre. Eine ans dem Herzen hervorkvm-mende Prosa erleuchtet, belehrt, erhebt weit mehr.Ihre philosophischesten Dichter würden, wenn mansie in Prosa übersezte, sehr alltäglich werden. Derscheinbar so tiefe Cbilde Harold verdankt seine Tiefeznlezt nur seiner Sprache; in der That enthält ernichts Neues als den Mechanismus seiner Diktion.Nicht in Verse lassen sich die läuternden, tiefsin-nigen Gedanken bringen, für welche ein grvscr pro-saischer Schriftsteller Gestalt und Ausdrnk findet;ewig verkrüppelt sie der Reim; dieser past fürdie allgemeinen, jezt abgedroschen gewordenen Grund-wahrheiten der Menschennatnr, nicht für die feinen,philosophirenden Folgerungen die ans denselben ab-gezogen werden. So ist, so paradox es auch aufden ersten Blik scheinen mag, das Alltägliche eherdas Element der Poesie als der Prosa. In diesemGefühl schrieb Schiller die tiefste-der neuern Tra-gödien, seinen Fiesko, in Prosa."
Eine solche Ansicht entzükte Baue, der nichts