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Die Brüder.
Eine Erzälung.
„Stelle Dir denn einen schönen Sommertagvor, theure Gertrud," hob Trevylyan an, „und bauemit der reichen Fülle Deiner Dichterkraft, der csgelungen selbst in mir etwas von diesem himmli-schen Funken anznfacheu, jene versunkenen Zinnenin ihrer alten Pracht wieder auf; erhebe Halleund Gänge, bemanne die Warte mit Wächtern undlas; die stolzen Banner tapfer» Ritterthums ausdemWällen wehen. Und oben, abschüssig über die Fel-sen herab, denke Dir die hängenden Gärten vonLicbenstcin voll süßen Blumendufts im Glanz derMittagionue.
Aufgrünem Rasen, im Schatten einer Eiche, saßendrei Personen in der Blüte der Jugend. Zwei da-von waren Brüder, die Dritte ein verwaistesFräulein, das der Besizer des gegenüber liegendenSchlosses Sternfels dem Schuz seines Bruders, desKerrn von Liebenstein, hinterlaffen hatte. DieBurg selbst, nebst den dazu gehörigen Ländereienerbte nicht auf die weibliche Linie, sondern fiel Otto,dem jüngern der beiden Brüder, die auf dem Rasensaßen, anheim.
„Ah," fragte der Aeltere, mit Namen Walter,„ah, geliebte Hildegard, Du wandest meinem Bru-
*) Diese Geschichte gründet sich wirklich auf die schöneSage von Liebenstein und Sternfels.