Druckschrift 
2 (1834)
Entstehung
Seite
91
Einzelbild herunterladen
 

91

then Plan. Er bat die Kaze vorauszngehcn und aneiner Beugung , der Straße, etwas entfernt vomHaus, auf ihu zu warten.Denn," sprach er,ge-den wir zusammen, so werden mir sicherlich von demHund insnltirt, da er weiß daß in Gegenwart einerDame die Sitte einem Thier von höherer Bildungnicht gestattet, Beleidigungen zu rächen. Bin ichaber allein, so ist der Kerl feig genug, daß er nichtden Mund aufthut. Laß die Thür offen, ich folgeDir sogleich nach."

Das Gemüth der Kaze war so gänzlich gegenihren Vetter eingenommen, daß sie dieser Schilde-rung seines Karakters unbedingten Glauben schenkteund demgemäß zuerst fortging, dem Geliebten nochvielfach anempfehlend seiner Würde nicht durch Ein-lassung in irgend einen Wortwechsel mit dem HundEintrag zu thun.

Der Hund kam sehr demüthig auf sie zu undbat, nur ein paar Worte mit ihr sprechen zu dür-fen, aber sie empfing ihn so hochfahrend, daß ihmdie Lust verging und er wüthender als je auf sci-Mitbewerber zn dem Baum znrükkehrte. Wasglich jedoch seiner Freude, als er gewahr wurde,daß die Kaze die Thür offen gelassen!Jezt Elen-der," dachte er, »kannst Du mir nicht entgehen."So trat er denn barsch durch die Hiuterthttr ein.Er war sehr erstaunt, Reineke im Stroh ausge-strekt zu finden, keuchend als wollte ihm das Herz