Druckschrift 
1 (1834)
Entstehung
Seite
86
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§6

Mutter auf und vertraute ihr Alles. Ich übergehedie Gründe, die sic geltend machte, die Argumente,die sie anführte: sie überredete mehr, alS daß sieüberzeugt hätte, und Madame Le Tisseur die peinlicheAufgabe überlassend den Vater mit ihrem unab-änderlichen Entschluß zu überraschen, schied sie-amfolgenden Morgen von Mecheln und begab sich miteinem Herzen, das zn tugendhaft war, um gänzlichohne Trost zn sein, zn ihrer Tante auf den so langverschobenen Besuch.

Luciliens Eltern'besaßen Stolz genug um St.Amand keine Vorwürfe zn machen. Gleichviel er-trug er ihre kalten, veränderten Blikc nicht. Erverließ ihr Hans, nnd vermied er auch mehrere Tagelang jeden Umgang mit Julien, so gewannen dochihre Schönheit und ihre Künste allmälig wieder dieHerrschaft über ihn. Er ließ sich in Conrtrai mitihr. trauen und reiste zur Freude der eitel» Geliebtenmit ihr nach der lustigen Hauptstadt Frankreichs.Indessen suchte St. Amand vor seinem Abgang, vorseiner Vermälunq sein Gewissen dadurch zn be-schwichtigen, daß er für Herrn Le Tisseur eine vieleinträglichere und angesehenere Stelle kaufte, alsdie, welche derselbe bisher bekleidet hatte. In richtigerErwägung daß Mecheln für die Eltern und vorAllem für Lucilicn fortan kein angenehmer Aufent-halt sein könne, mar er dabei bedacht gewesen, daßdas neue Amt der Familie eine andernc Stadt an-wies, und im Bewustsein daß das ZartgefühlHerru