«rer tretend fand ich ihren Freund im Mantel ne-ben der Thür ausgestrekt; denn er liest mit zuken-der, verzweifelter Voraussicht das Los, das ihrerwartet, und so sehr liebt er selbst die Luft die sieatbmet, den Boden den sic trit, daß wenn er sienicht mehr sieht, er still undunbemerkt zudem ihrerheiligenden Gegenwart nächsten Ort schleicht, damitso lang sic noch aufErden weilt, keine Stunde, keineMinute einem andern Gedanken zugewiesen sei, alsihr. In der Verminderung des Zwischenraums,der ihn für jezt nur augenbliklich von ihr trennt,liegt für ihn ein Gefühl der Sicherheit, ein furchtba-rer Trost. Solche Liebe erschien mir nicht wie die Liebeder gemeinen Welt; ich hielt meine Schwingen an undbetrachtete sie wie Etwas für dessen Schönheit unddüstere Wahrheit Jahrhunderte vielleicht kein Gegen-bild auswcisen können. Aber den Schlummer wehrteich von den Augen des Liebenden ab, denn wolwüst' ich, daß der Schlaf für ihn ein Tyrann ist,der wahrend er sein Leben fristet, die kurze Zeit desliebenden Bcwustfeins beschränkt; und ein trüber,ängstlicher Gedanke an die Geliebte ist süßer für denArmen, als der lachendste Elfentraum. So hieltich ihn denn wach und blieb bei ihm durch die laugeNacht und fühlte daß so lang die Kinder der Erdedie wahre Liebe unter sich gegenwärtig erkalten, sieimmer noch etwas haben, was sie den Geistern ed-lerer Abkunft verbündet."
Undach! liegt denn in unfern Dichtungen von der