Druckschrift 
1 (1834)
Entstehung
Seite
32
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wandte sich zur Geliebten und seufzte tief. Dennihre Wange voll gedrängter Rosen war zarter alsdie Blüte, die den Farben der Gesundheit angehvrt,und als er die Sonne vor der Welt hinabtauchensah, kam der Gedanke über ihn, daß die neben ihmStehende seine Sonne sei und der Glanz, den sieüber sein Leben warf, in Kurzem hinübergchendürste in den Schoos der ewigen Nacht. Aber ge-gen die Wolken erhob sich einer von den vielfachenThürmen, welche ein bezeichnendes Merkmal derStadt Brügge sind, und an dieser in den Himmelverschwebenden Spindel hing das Auge von Ger-trud Baue. In den verschiedenen Gegenständen,welche die Blike des Beiden fesselten, drükten sichwie in einem Sinnbild der verschiedene Gang ihrerGedanken und die verschiedenen Elemente ihres We-sens ans: er dachte an Schmerzen, sie an Trost;sein Herz verkündete den Weggang von der Erde,das ihrige das Aufsteigen znm Himmel. Der tiefereTheil der Landschaft war in Schatten gehüllt; abereben wo sich das Ufer zn einer scheinbaren Buchtcinründete, fiel das Scheidelächeln der Sonne ansdas Wasser und in kaum bemerkbaren Wellen schluges gegen das grüne Kraut ans, welches das Gestadüberkleidetc. Zwei der zahlreichen Windmühlen,die einen so malerischen Zug jener Gegend bilden,standen am aufsteigenden Rand des Gewässers ingeringer Entfernung von einander; ihre Flügel inder Stille des Abends vollkommen bewcgunglos