Druckschrift 
8 (1835)
Entstehung
Seite
85
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das schwächste Lächeln, das leichteste Zürnen desHimmels abspiegelt, ohne Veränderung auf seinerOberfläche die Geschlechter der Erde an seinen Ufernverwelken und sich erneuern."

Eine Pause entstand; durch einen unwillkürli-chen aber sehr erklärbaren Antrieb wandten sich Beidevon den Wellen unter ihnen zum Himmel, der, einlebendiger Gegensatz, sich in stummer Beredsamkeitüber ihnen ausbreitete. Sie blickten auf die lebe-vollen, Hellen Sterne und empfanden an ihren Her-zen fühlbar jenen dichterischen, stummen Zauber, dennichts auf oder von der Erde einzuflößen vermag;jene Sehnsucht der eingekerkerten Seele, jenesSchmachten nach der Unsterblichkeit da oben, dievielleicht kein imaginäres Vorbild der Unvergänglich-keit ist, die wir selbst erben werden.

»Zn Nächten wie diese," hob endlich Mordaunt,der zuerst das Stillschweigen brach, mit leiser, mil-der Stimme an,sind wir zu dem Glauben ver-sucht, daß in Plato's göttlicher Phantasie eine ebenso göttliche Wahrheit liege, daß unsre Seelenwirklich von demselben Stoff sind wie die Sterne,und daß die geheimnißöolle Sehnsucht, der ungedul-dige in uns schwellende und wogende Wunsch nachVereinigung mit ihrer Glorie mir das instiuktartige,natürliche Verlangen ist, den getrennten Th eil ei-nes unsterblichen, in diese Staubhülle gebanntenGeistes mit dem Urlicht seines himmlischen, flam-menden Ganzen wieder zn verbinden!"