„Um so schlimmer für Euch," cntgcgncte Wolfbitter, „ein Mann von gesundem Körper und gebil-detem Geist hat keine Entschuldigung für lässigeGleichgiltigkeit gegen die Regierungsform, durchwelche sein Vaterland gedeiht oder ins Verderbe»geführt wird."
„Je nun," antwortete der Andere heiter, „ichgebe gern zu, weniger Patriot als Philosoph zusehn; und so lang ich harmlos bin, frag' ich wenigdarnach, ob ick im öffentlichen Leben sonderlich nütze;im häuslichen hingegen glaub' ich als Gatte, Vaterund Nachbar nicht ohne einiges Verdienst zu sehn."
„Pah," rief Wolf, „schwatze doch Keiner derseine bürgerlichen Pflichten vergißt, von seinemWerth als Privatmann. Ich sage Euch daß Der,welcher das Glück oder die Freiheit des Menschenge-schlechts auch nur um ein Haar breit befördert, mehrfür das Heil seiner Seele gethan hat, als wenn erjede Spanne in dem engen Kreis seiner Häuslichkeitmit der Regelmäßigkeit eines Uhrwerks abmißt."
„Mögct Ihr doch Recht haben," crwicdcrtesorglos der Fremde, „aber ich betrachte die Dingeim Ganzen und vielleicht nur deren Oberfläche, wäh-rend Ihr, wie ich schon weg habe, ein Liebhaber desAbstrakten scyd. Meiner Ansicht nach scheinen diebeiden Wortdeutungcn des alten Heinrich Ficldingeben so paffend für die fetzige, wie für die damaligeZeit zu sehn. „„Patriot: — Bewerber um eineStelle! Politik: — Kunst eine solche Stelle.'zu