Druckschrift 
6 (1836)
Entstehung
Seite
123
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so nothwendlgen Selbstsucht. Wo ihn seine Reisenin Italien hingcführt, hatte er Licht und Freudehinter sich gelassen. Während seines Aufenthaltsin - war er, unzugänglich für die Angesehenen undLebensfrohen, vertrant mit den Ausgestoßcnen nndVerlassenen. Das Gefängniß, das Hospital, dieschmutzigen Hütten der Armuth, die Orte, wo dasGenie mit Mangel und der eigenen Unbehutsamkeitringt, Orte, die in Italien, diesem Sammelplatzder Künstler und Dichter so häufig sind dies wa-ren die Räume die er besuchte und wo selbst dieSteine von seinem Dasein sprachen. Es ergab sich«in seltsamer, ergreifender Gegensatz, wenn man dieschwächliche Begeisterung der gewöhnlichen Herde, diesich nach Italien drängt, nm dort ihre Gefühle an Sta-tuen, ihr Geld an die modernen Betrügereien, dieman ihrem groben Geschmack als Meisterwerke anti-ker Kunst aufbindet, zu verschwenden, ich sagees ergab sich ein edler Gegensatz, wenn man diesenspaßhaften und leeren Enthusiasmus mit der ruhigen,gesunden Kraft des Geistes und Herzens verglich,vermöge welcher Mordaunt Verehrung und Huldi-gung nicht auf die bewußtlosen Denkmale der Todtenausströmte, sondern die Schmerzen, die Armuth, dieSchwäche der Lebenden tröstete, linderte, stützte.

Während er jedoch also beschäftigt war, dasElend Anderer zu verringern, ihr Glück zu vermeh-ren, schien die unverrücktcste Schwermuth ihn als ihrEigenthum anzusprechen. In die tiefste Trauer ge-