Einundsechzigstes Kapitel.
Zeit und Wechsel flieht zugleich.
Koläen Violet.
An einem Herbstabend, etwa drei Jahre nachden Vorhängen in unserem letzten Kapitel, stiegein fremder, in tiefe Trauer gekleideter Reiter vorder Thür des „goldenen Vlieses" in der denkwür-digen Stadt.... ab. Er trat in die Schenkstnbeund forderte ein besonderes Zimmer und Zurichtungfür die Nacht. Die Wirthin, beträchtlich breitergeworden, als zur Zeit wo wir zuerst ihre Be-kanntschaft machten, warf einen schnellen Blick aufdas Gesicht des Fremden, rief einen kurzen, stäm-migen Menschen (früher der Hausknecht, jetzt derzweite Ehegatte der stattlichen Gastgeberin) undbedeutete ihn in einem Ton, der etwas mehr nachder Autorität ihres früheren Verhältnisses, als nachdem Gehorsam klang, der ihr jetziges hätte bezeich-nen sollen, den Herrn nach dem Greifen, Nr. 4.,zu weisen.
Der Fremde lächelte als dieser Ton sein Ohrtraf und folgte — nicht sowohl dem Wirth als derWirthin Gemahl — in das also bezeichnete Gemach.Ein junges Mädchen, die sich vor acht Jahrenschwerlich hätte träumen lassen, daß fle um diese