Druckschrift 
6 (1836)
Entstehung
Seite
122
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irr

mich selbst so eben gequält habe; nein ich will Ih-nen eher von meinem Bekannten und bevorstehendenGastfreund erzählen. Wie gesagt, traf ich mit Mor-daunt vor einigen Jahren zuerst in diesem Wirths-haus zusammen; ein Unfall, dessen Schuld seinPferd trug, machte uns miteinander bekannt;ichbrachte einen Tag in seinem Haus zu und fand gro-ßes Interesse an seiner Unterhaltung. Seitdem sa-hen wir uns nicht mehr, bis vor etwa dritthalbJahren, während unseres beiderseitigen Aufenthaltsin Italien. In der Zwischenzeit hatte Mordanntgchcirathet, sein Vermögen durch einen Prozeß ver-loren, sich auf einige Jahre Niemand wußte wo-hin aus der Welt zurück gezogen, das verloreneGut durch den Tod des Erben seines Vetters, undbald darauf durch das Absterben dieses Vetters selbst,wieder gewonnen nnd war ein Witwer mit einemeinzigen Kind, einem schönen, kleinen Mädchen vonetwa vier Jahren, geworden. Er lebte in völligerAbgeschiedenheit, vermied jeden geselligen Verkehrnnd schien so oft wir auf unfern Spaziergängen oderSpazierritten zusammentrafen, unserer früheren Be-kanntschaft so gänzlich uneingedenk, daß ich es nichtwagen konnte, mich in eine so strenge, unverbrüch-liche Zurückgezogenheit, wie sie sich in seinem Beneh-men und Leben bemerklich machten, einzudrängen.

Indessen waren die Düsterheit und Einsamkeit,worin Mordaunts Tage verstoßen, fern von jedemBeisatz jener den Einsamen so gewöhnlichen, beinah