einer zweifelhaften Barmherzigkeit, nicht mehr dermüßige Abenteurer, der keinen andern Stützpunktals seine Ehrdcgierde hat. Ich war eben der Erbeeines Vermögens geworden, auf welches ich mirfünf Jahre zuvor keine Aussichten machen konnte, unddas an sich zum Strebeziel gewöhnlicher Menschenhingereicht hätte. Aber mich zerfraß die Angst umden Gegenstand meiner Liebe und der Kummer umden verlorenen Freund. Vielleicht daß die gereizteEmpfindlichkeit meines Herzens für den ersten michfür den Augenblick zu wenig empfänglich für denzweiten machte; allein in späteren Jahren zahlt dieErinnerung vollen Ersatz für die vorübergehende Ver-säumniß ihrer Pflichten. Wie oft Hab' ich mir indieser Welt der kalten Bande und falsche» Herzenden echten, edeln Freund zurückgerufen, dessen Leh-ren meinem Gemüth zur Besserung, dessen Warnun-gen ihm zum Beispiel dienten; der mir währendseines Lebens ein Vater war und von dessen Groß-muth alle äußerliche Vortheile, die ich genossen, alleAuszeichnungen, die ich errungen, herstammten. Da-mals machte ich mich mit zerrissenem aber noch gläu-bigem Herzen auf, um meinem Geheimniß und mei-ner Leidenschaft Wort zu geben und eine einzigeWoche nachher, wie schiffbrüchig an jeder Hoffnung,jedem Ziel, jedem künftigen Glück war ich! Viel-leicht erwog ich damals die entschuldbaren Vorsichts-maßregeln der Welt nicht hinlänglich. Ich hätte andem Brief des Vaters keinen so großen Anstoß neh-
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