Druckschrift 
6 (1836)
Entstehung
Seite
97
Einzelbild herunterladen
 

Mark durchschauderte, sammelten sie sich zu einemgaffenden, ja, wie cs seinem erschreckten Auge schien,drohenden Haufen, so nah bei dem Haus, als Furchtund Eltern ihnen gestatteten.

Sehr gefährlich," dachte Herr Braun indemer fröstelnd auf das Hangende, schwankende Dachblickte;und sehr bedenklich," indem er sich gegendie verlumpte Gruppe der kleinen Spitzbuben wand-te, die mit jeder Sekunde zu wachsen begann. End-lich nahm er seinen Muth zusammen und fragte ineinem halb milden, halb würdevollen To», ob sie ihmsagen könnten wie er zu den Bewohnern des Häus-chens gelangen, oder diese heranszubringen vermöchte.

Ein altes Weib mit durcheinander gewirrtenHaaren, die über ein verschrumpftes, staubiges Ge-sicht herabhingen, gab die Antwort aus einem Fen-ster gegenüber.Niemand," sprach sie in ihrer ei-gcnthümlichen, dem ehrenfesten Bürger kaum ver-ständlichen Mundart,wohne hier oder habe seitJahren hier gewohnt." Aber Braun wußte es bes-ser und während er seine Meinung verfocht, streckteein Mädchen den Kopf aus einem andern Schoppenhervor und gab an, sie habe in der Abenddämmerungbisweilen einen Mann ans dem Haus gehen sehen,ob aber Jemand darin wohne, wisse sie nicht. Aber-mals schlug Herr Braun Lärm, aber keine Erwiede-rung folgte, und so brauchte er denn in großerAngst und mit zitternden Händen Gewalt gegen dieThür. Es bedurfte nur geringer Kraftanstrcngnng;