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Das Feuer, die Reizbarkeit die er vor seiner Krank-heit gezeigt, waren verschwunden, und die ursprüng-liche Sanstmuth seines Gemüths war zurückgekehrt;er stieß keine Klage aus, verweilte ans keinem Vor-gennß des Gelingens. Hoffnung und Schmerz um dieVergangenheit schienen gleich todt für ihn, und nurwenn er in die liebevollen, frohen Augen seiner greisenPflegerin sah, füllten sich seine eigenen mit Thriinenoder verdüsterte sich die Heiterkeit seiner Züge zurTrauer.
So dauerte es einige Monate, bis man einesAbends den Maler am Fenster sitzen fand, ein un-vollendetes Gemälde ihm gegenüber; noch hielt seineHand den Pinsel; die Stille ruhiger Betrachtunglag noch auf seinen Zügen; der sanfte Hauch italieni-scher Dämmerung wehte ihm das Haar lebenathmendaus der Stirn; der erste Stern des Südhimmelslieh seiner Wange etwas von jenem unterdrücktenGlanz, welchen sie im Anflug der Begeisterung zuzeigen pflegte. Aber das waren nur Scheinbilder deSLebens: das Leben selbst war nicht mehr! In demgöttlichen Land worin zu wandeln er sich so gesehnt —in der heiligen Stadt, in welcher die Majestät seinererhabenen Kunst wie auf einem Thron herrschte, —in der purpurnen Luft, worin Poesie und SchöpfungS-kraft sich mit dem gemeinen Odem und Dunstkreisdes Lebens verbinden — verhauchte sein rastloser,nicht für diese Welt gebildeter Geist.