Druckschrift 
3 (1836)
Entstehung
Seite
96
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einer wo möglich noch größer» Trunkenheit, als erbisher empfunden, über seinem Bild gehangen. Wieeiner Mutter kam es ihm vor, die eigene Vorliebesey nur Theil einer allgemeinen Huldigung, und alsdie bejahrte Ahnin ihre dämmerigen Augen auf dasGemälde wandte und in unschuldiger Vergötterungnicht sowohl des Werkes, als des Künstlers lobte,besprach, verkündete, flüsterte sein Herz ihm zu:

Entlockt es der Einfalt solche Verehrung, waswird erst die Huldigung des Kenners seyn?"

Wer zuerst den jetzt abgedroschenen Grundsatzanfstellte, Mißtrauen in sich selbst sey der Begleiterdes Genies, kannte das Verfahren des menschlichenHerzens sehr wenig. Allerdings mögen einige wenigeBeispiele hiefür vorgekommen seyn, wo dann in Be-zug auf diese Behauptung, wie hinsichtlich so man-cher andern, die Ausnahme zur Regel erhoben ward.Was aber könnte das Genie je aussöhnen mit seinenLeiden, seinen Opferungen, seiner fieberhaften Un-ruhe, mit der angestrengten Arbeit, die allein Dashervorzubringen vermag, was die flache Welt für dieNiesengebnrt augenblicklicher Begeisterung hält, waskönnte es mit all Dem je versöhnen, als das hohe,unerdrückbare Bewußtseyn innerer Kraft; als die mitder Stärke der Gewißheit genährte Hoffnung, daßder Lohn der Mühe gleich seyn werde; als die gläu-bige, stürmische Vorivcgnahme des Ruhms, welchedie Grenzen von Zeit und Raum sprengt, und mitprophetischem Entzücken die unermeßlichen Gefilde der