Druckschrift 
3 (1836)
Entstehung
Seite
15
Einzelbild herunterladen
 

15

glauben würden: von Erstem dürften fle Fülle, vomLetzter» Einfachheit borgen. Und der seit Kurzemauf die Bahn gebrachte Geschmack für unsre altenLieder, den, wie ich höre, Doktor Johnson mit sowenig Geneigtheit ansieht als Lord Welwyn, möchtevielleicht wohlthätiger als irgend ein lebender Schrift-steller auf die Literatur späterer Zeiten einwirken."

Wie Das?" fragte Clarence.

Indem er einer jetzt entnervten und unvolks-thümlichen Muse, die, falls sie nicht einen ganzneuen Impuls bekommt, in Kurzem zu der abgeschmack-testen Jmbecillität herabstnken wird, einen ritterli-chen , romantischen Ton leiht."

Selbst in unserer Zeit," bemerkte Einer ausder Gesellschaft,gab es einen Dichter, dessen pro-saische Werke andenten, was er hätte werden kön-nen, und der, obwohl er Lord Welwyns Miß-fallen Lurch ein in der spenserischcn Stanze abge-faßtes Gedicht erregt hat, doch, ich gesteh cs, zumeinen großen Lieblingen gehört der arme Shen-stone °*)."

*) William Shenstone, geb. 1714 zu Hales Owenin Shropsshire, gest. 1763. Seine berühmtesteWerke sind die Schulmeisterin und das Urtheildes Herkules. Außerdem hat man von ihm Ele-gien, Lieder, Pastoralien, Balladen, Tändeleien.Eines seiner zartesten Gedichte:Elisabeths Trauerim Gefängniß," ist von Herder in den Stimmender Völker vortrefflich übertragen.

Der Uebersetzer.