Abermals kam ein furchtbarer Wechsel überdas Gesicht des Klausners. Heftig faste er mei-nen Arm: „Du sprichst meinen eigenen Gram aus,Du verkündest meinen eigenen Fluch; — ich willDich Wiedersehen — Du kaust meinen lezten Wil-len besser ausführcn, als die Mönche dort drü-ben. Kann ich Dir' trauen? Wenn Du wirklichdas Unglük kennen gelernt, so will ich Dir trauen
— ich wills bis zum Ausschütten meines — Barm-herziger Gott, was wollt' ich Alles sagen, wasentdekcn!"
Plözlich ließ er mich fahren, berührte mit be-deutsamer Gcbcrde seine Stirn und bemerkte mitverändertem Ton und ruhigem Lächeln: „Du
sagst, Du seiest mein Nebenbulcr im Leiden? HastDu gefühlt daß die Wuth und Verzweiflung desHerzens bis hichcr stieg? Es ist ein Wunder, daßman so ruhig sein kann, wie ich jezt, wenn mandieses Aufstcigcn in Flammen und Foltern gefühlthat."
„ Kann irgend etwas vollbracht werden, meinVater, das ein Mensch, dem vor dem Besuch kei-nes Landes, vor der Vollbringung keiner That —falls sic keine Schuld oder Schande in sich schlicst
— bangt, zur Beruhigung Eurer Seele thun kann,so sagt es, und ich will Eurem Wunsch zu genü-gen suchen."
„Du bist gütig, mein Sohn," crwicderte derEinsiedler, indem Miene und Betragen wieder