Druckschrift 
6 (1834)
Entstehung
Seite
141
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Der Abt hatte, als er mir seine Freundschaftund Obhut zusagte, bemerkt, ich wäre nicht dereinzige Fremde und Klausner, der im Genuß sei-ner Gunst stehe, und hatte mir den Einsiedlerdes Brunnens als ein schwärmerisches, seltsames We-sen genant, das ein strenges Büßcrlcbcn führe,harmlos gegen Andere, nur sich selbst zur Qual. Die-se Angabe war mir in den wenigen Unterredungen,die ich mit meinem Wirth und meiner Wirthingehabt, bestätigt worden. Beide schienen ein be-sonderes Vergnügen an Gesprächen über den Wald-bruder zu finden; sic thciltcn mir manigfaltigeZüge seiner Mildthätigkeit gegen die Armen undseiner Sorgfalt für die Kranken mit. All Daskam mir wieder zu Sinn, als der gute Mönchsich dcS Brettern über jenen Menschen herauslicß,und einige Neugier über meinen Mitklausncrward endlich wirklich in mir aufgeregt.

Ich erfuhr sofort von dem Bruder, daß derPosten eines Einsiedlers des Brunnens ein Amtsei, welches der gegenwärtige Eremit keineswegsals der erste Inhaber verwalte. Der Brunnengehörte zu jenen in katholischen Ländern so häu-fig verkommenden Quellen, an welche sich eine Le-gende und ein Geruch von Heiligkeit knüpft. Zwei-mal jährlich an einem bestirnten Tag, einmal imFrühling, einmal im Herbst, zogen die umwohnen-den Bauern dahin, um durch einen Trunk von et-waigen Krankheiten zu genesen, Höchst wahrschcin-