Druckschrift 
6 (1834)
Entstehung
Seite
125
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sich der Geist in tieferes Nachsinnen verlor, vonder Stille kaum unterschied, die duftenden Krau-ter, die unzäligen, namenlosen Blumen, die meineLagerstätte bildeten, Alles trug dazu bei, daß ichununterbrochen dem Faden der Betrachtung nach-schlendcrte, den ich zuerst in der weniger genußreichen,rauheren Einsamkeit meines Zimmers aus demabstraktem Denkgewebe gezogen. Nachschlcndcrnist mein Ausdruk, denn es war eine zu wollüstige,zu sinnliche Abgeschiedenheit von der Welt, umsich einem strengen, scharfen Zug intellektuellerThätigkcit hingeben zu können; wenigstens ver-mochte ich es nicht. Ist jedoch der Gedanke ein-mal geboren, so dünken mir dergleichen Umgebun-gen am geeignetsten ihn zu wiegen und gros zuziehen. Die körperliche Abspannung scheint denGeisteskräften volle Freiheit und Macht zu geben;die Entfernung menschlicher Sorgen, Töne undBewegungen wird die beste Pflegerin für die Kon-templation, und eben die unbestimte, köstliche Em-pfindung des Genusses, die auf den ersten Anblikder Einbildungskraft vortheilhafter sein sollte, alsdenreingeistigcnVermögen, erhält gerade durch je-nes Wvlbehagcn den Gedanken in seiner ungestörtenGanzheit, so daß, mit Ausnahme des schaffendenGemüths, Alles wie in Schlaf versinkt, währendjenes Hel! und thätig bleibt, wie ein Traum, dochnicht wie ein vager, verwirrter, unzulänglicherTraum, sondern mit höherer Klarheit, Bestirnt-