Druckschrift 
6 (1834)
Entstehung
Seite
122
Einzelbild herunterladen
 

122

kleiner Rest bei mir weilte ist die Natur, dielebendiger als je für mich cristirte.

So wälte ich denn meine Klause. Da ichmich keineswegs mit dem nächsten besten Ort zu.frieden gegeben, kann ich mir die Lust, denjeni-gen auf welchen meine Wahl endlich fiel, zu be-schreiben, nicht versagen. Ach nimmer ahnetemir, daß ich dorthin gekommen, nicht blos umeine himmlische Tröstung zu finden, sondern auchdie Quelle eines menschlichen, grimmigen Wehs.Mächtigster der römischen Barden, in welchemZartheit und Weisheit so innig vcrschwistcrt wa-ren, der selbst unhcilige Irrthümer durch ei-nen so schönen, so seltenen Genius heiligte, welchunvergängliche Wahrheit drükst du in jener einzi-gen Zeile aus:Selbst im schönsten Born derLust sprudelt ewig eine heimliche böse Quelle mitauf und sprengt ihr bitteres Wasser auf die Blu-men, die ihren Rand bekränzen!"

Mitten in einem sonnenhellen Thälchcn standein kleines Vaucrhaus; dies war meine Wohnung.Die guten Leute leisteten mir alle erfodcrlicheDienste der Gastfreundschaft. Ich hatte die Vor«sicht gehabt, meinen Namen und Stand dem Su-perior eines benachbarten Klosters mitzuthcilcn.Nicht alle Italiener und eben so wenig alleMönche gehören in eine der beiden grvseuKlassen, worein sie in der Regel geworfen werden die Klasse der Schurken oder der Thoren.