Druckschrift 
6 (1834)
Entstehung
Seite
112
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Stimme flüsterte an mein Ohr, ihre Küsse zer-schmolzen auf meiner Stirn; ich schloß die Augenund stellte mir vor, ich sähe sie!

Warum dieser Trost? Woher der Zauber,der mich in dieses Eden cinführte? Was war dieQuelle der Hoffnung, des Entzükcns, der Selbst-täuschung? War es nicht die sichere Gcwisheitvon Jsoras fortdauerndem Dasein, die Gcwisheit,daß ihr Geist, ihr Wesen, ihre Liebe unvcrlezterhalten, daß sic noch'die nämlichen seien, daß sieüber mich wachten, daß die Geliebte das Bewust-scin meiner Nähe in dieser Stunde habe, daß siemein Gebet vernehme, daß sie den Augcnblikvvraussehe, wo meine Seele den menschlichen Ker-ker durchbrechen und sich wieder mit ihr vereini-gen werde?

Wie? und Dies sollte nicht mehr sein? Diesegeheimnisvollen, süßen Offenbarungen sollten aufimmer für mich verstummen? Sollten meine Ge-danken an Jsora fortan an Gebeinen und Wür-mern haften? War sie wirklich nicht mehr?Nicht mehr o unerträgliche Verzweiflung!Gab es doch kein Wesen, das ich je gesehen, kei-nen Hund, dem ich geliebkvst, kein Buch, das ichgelesen, ohne daß ich.bei dem Gedanken, ich wer-de es nicht mehr sehen, eine gewisse Trauerempfand. Nicht mehr! Waren wir wirklich fürimmer und immer geschieden? War sie in ihrenjungen Jahren mit ihrer warmen Liebe, mit den