Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
55
Einzelbild herunterladen
 

55

aber jetzt bedarf sie einer Beraterin, einer Führerin,und ich fühle nur zu lebhaft, daß diese Ausgabe übermeine Kräfte geht. Ich eine Führcrin der Jugend undUnschuld Ich! Nein, ich habe ihr Nichts anznbie-ten, dem lieben Kind! als meine Liebe und mein Ge-bet. Mag denn Ihre Tochter sie mitnehmen wachenSie über ihr, führen, berathen Sie sic. Was michbetrifft so unfreundlich und undankbar es scheinenmag wüßte ich nnr sie glücklich, so könnte ich dasAlleinseyn wohl ertragen."

Aber das Kind wie wird es, das Sie so liebt,sich in diese Trennung fügen?"

Sic wird nicht lange dauern, und," setzte LadyVargrave mit ernstem aber süßem Lächeln hinzu,esist ihr gut, wenn sic sich auch vorbereitet für die Tren-nung, welche am Ende eintrctcn muß. Wie ich Jahrum Jahr ohne meiner letzten Hoffnung Erfüllung da-hin schwinden sehe: ihn noch einmal zu sehen, fühleich, daß dicß Leben schwächer und schwächer wird undich sehe nach jenem friedlichen Kirchhof als nach einerHcimath, zu der ich bald znrückkehrc. In jedem Fallwird Cveline berufen werden, neue Bande zu knüpfen,welche sie mir entfremden müssen; so möge sic sich dennjetzt schon und allmälig eines Wesens entwöhnen, dasso nutzlos ist für sie und für die ganze Welt."

Sprechen Sie nicht so," sagte Mrs. Lcölie tiefergriffen,Sie haben noch viele glückliche Jahre vorsich liegen; je mehr Sic sich von der Jugend entfer-nen, um so freundlicher wird das Leben Ihnen werden."