Und diese Melodien schienen ihn zu entzücken und in Träu-merei einzulullen.
„Was ihm die Musik," sagte er, „das kann die Wis-senschaft dem Weisen werden. Euer Vater sah sich umin der Welt. Alles war Mißklang zu de» schönen Sym-pathien, die er fühlte, zu den Harmonien, welche bei Tagund Nacht zu dem Throne des Himmels cmporschweben.Das Leben, mit seinem geräuschvollen Ehrgeiz und seinesgemeinen Leidenschaften, tsi so arm und niedrig! AuSseiner Seele schuf er das Leben und die Welt, für welcheseine Seele paßte. Viola! Dn bist die Tochter diesesLebens und wirst die Bürgerin dieser Welt seyn!"
Bei seinen ersten Besuche» sprach er nicht von Glyn-don. Bald kam der Tag, wo er wieder auf den Gegen-stand znrückkam. Und so groß, so vertrauensvoll, so ge-horsam und so völlig war jetzt die Hingebung, mit wel-cher Viola seiner Herrschaft sich unterwarf, daß, so un-willkommen ihr der Gegenstand war, sie doch ihr Herzbemeistertc nnd ihm schweigend zuhörte.
Endlich sagte er: „Dn hast versprochen, meinemRathe zu folgen, und wenn, Viola, ich Dich nun bäte, ja.Dich beschwüre, dieses Fremden Hand anznnehmen undsein Schicksal zu theilen. falls er Dir diesi LooS anbötc— würdest Dn es abschlagen?"
Nnd jetzt drängte sie die Thräue» zurück, die ihr insAuge traten — und mit einer wunderbaren Freude mit-ten im Schmerz — der Freude eines Herzens, da» sichselbst demjenigen opfert, welcher über es gebietet, ant-