Druckschrift 
2 (1842)
Entstehung
Seite
109
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ihnen menschliche Hindernisse bestehen Reichthum,Rang, die kleinliche Menschenwelt! Aber es bestand nichtmehr jene dunkle Kluft, dar deren Anblick die Einbil-dungskraft znrückbebt, und welche auf immer Seele vonSeele trennt. Er erwiederte ihre Liebe nicht. Sie lieben!Aber verlangte sie denn Liebe? Liebte sie selbst? Nein:sonst wäre sie nimmermehr so dcmüthig utid so kühn zu-gleich gewesen. Wie lustig flüsterte ihr das Meer insOhr; in wie strahlendem Lichte stellte sich ihr der ge-wöhnlichste Vorübergehende dar! Sie erreichte ihr Hans sie schaute nach dem Baum, der mit phantastischenZweigen in der Sonne glanzte.Ja. mein Bruder!"sagte sie, in ihrer Freude lachend,wie Du habe ich nachdem Lichte gerungen!"

Sic hatte bisher noch nie, so wie die unterrichte-teren Töchter des Nordens, sich an jene köstliche Art derBeichte gewöhnt, an die Ausströmung der Gedanken durchSchreiben. Jetzt fühlte plötzlich ihr Herz den Drang da-zu; ein neugeborner Instinkt, der cS zur Zwiesprache mit.sich selbst trieb, uni sein Gewebe goldner Phantasienaufzulösen, gab ihr den Wunsch ein, ihr innerstes Selbstwie in einem Spiegel zu beschauen. Es entsprang derUmarmung von Liebe und Seele Eros und Psycheihr schöner Sproßling, der Genius! Sic errüthete, sieseufzte, sie zitterte, als sic schrieb. Und von der frischenWeltweg, die sie sich erbaut, wurde sie geweckt, umsich für die schimmernde Bühne vorzubereiten. Wie lang-weilig wurde ihr die Musik, wie dämmernd die Scene,