Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
28
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eine gewaltige Einbildungskraft beurkunden, welche sichim Furchtbaren und Ucbernatürlichen gefällt, aber oft,vermöge einer erhabene» und zarte» Phantasie, durchPassagen von ausnehmender Anmuth und Schönheit er-freut. Cs ist wahr, daß, bei der Wahl seiner Vorwürfeans der alten Fabel, Gaetano Pisan! dem fernen Ur*sprung und dem früheren Genius der italienischen Operweit treuer blieb, als seine Zeitgenossen. Dieser zwarverweichlichte Sprößling aus der alten Vermählung vonGesang und Drama hatte, als er nach langer Verborgen-heit und Enthronung, einen verkürzten Scevter, obwohleinen schimmernderen Purpur, an den Ufern des etru-rischen Arno, oder unter den Lagunen Venedigs wiedererlangte, alle seine ersten Eingebungen aus den fern-liegenden klassischen Quellen der heidnischen Sage ge-schöpft; und Pisani'sHinabstcigen in den Hades" warnur eine kühnere, dunklere und wissenschaftliche Wiederho-lung derEurydiee," welche Jacopo Peri in Musik ge-setzt halte bei der festlichen Hochzeit Heinrichs von Navarramit Maria von Medicis. * Dennoch, wie schon gesagt,ichagtc im Ganzen der Styl des neapolitanischen Musi-kers den Ohren wenig, welche durch die mehr süßen undschmeichelnden Melodien des Tages verzärtelt und ekelgeworden waren; und leicht zu entdeckende Fehler und

' Orpheus war der rieblingsheld der früheren Italienischen Operoder de« lyrischen Drama'«. DerOrfeo" von Angela Poli-tiano ward lt7S aufgeführt. DerOrfco von Montevcrie wardin Venedig t6L7 dargestcllt.