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Hatte seitdem immer die Bekanntschaft mit dieser Frau fort-gesetzt, die gutherzig und von ihrer Lage gerührt, oft ihremFleiß Etwas zu verdienen gab, und keineswegs blind wargegen die Entwicklung, welche seit einiger Zeit in derSeele ihrer frühem Schülerin vor sich ging.
Fanny hatte eine lange Besprechung mit dieser Frauund brachte einen Pack Bücher mit nach Haus. Mankonnte in dieser und vielen folgenden Nächten das Lichtbis spät hinter ihrem kleinen Fenster brennen sehen. Undda sie ihre alte Freiheit in ihrem Thun und Treiben wie-der erlangt hatte, was Simon der arme Mann, nichtbemerkte, und Sarah geschehen ließ, weil sie dachte, es seydoch Alles besser, als zu Hause zu hocken, ging Fannyregelmäßig zwei Stunden, oder manchmal auch länger,jeden Abend aus, nachdem der alte Simon sich zu deinSchläfchen zurecht gesetzt, welches die Zeit zwischen Mit-tagessen und Thee ausfüllte.
Zn sehr kurzer Zeit — einer Zeit, die bei gewöhn-lichen Antrieben wunderbar kurz erschienen wäre — warFannys Handschrift gar nicht mehr dieselbe; ihre Art zusprechen wurde anders; sie nannte sich nicht mehr Fanny,wenn sie von sich sprach; die Musik ihrer Stimme warruhiger und gehaltener; ihr holder Ausdruck in den Zügenwar ernster; die Augen schienen eine tiefere Färbung be-kommen zu haben; man hörte sie nicht mehr im Gehenvor sich hin summen. Die Bücher, mit denen sie sichNachts beschäftigte, gingen in ihren Geist über; die Poe-sie, welche immer unbewußt ihre jungen Jahre umschwebt