Druckschrift 
6 (1841)
Entstehung
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Aufrichtig der Meinige und wie freundlich, nur über-haupt zu schreiben!" Nun traf es sich, daß Vaudemont,der nie die Kunst des Schreibens zu jenem hastigen Sudelnentwickelt hatte, in welches Leute, die genöthigt sind,immerfort und schnell zu schreiben, verfallen, eine auf-fallend gute Handschrift schrieb frei, klar, symmetrisch eine beinahe zu gute Hand für einen Mann, der nichtdurch Schönschreiben Geld verdienen mußte, lind nach-dem Fanny die Worte auswendig gelernt, schlich sie leisezu einem Wandschrank und nahm einige Proben ihrer eig-nen Handschrift Haushaltungs- und Arbeitsrcchnungen,und Auszüge, die sie sich, dem Gedächtniß zur Nachhülfe,aus dem ihr von Vaudemont gegebenen Band Gedichtegemacht hatte, heraus. Sie legte ernsthaft seinen Briefneben diese Proben hin und erröthete über den Contrast,und doch war ihre Handschrift, obgleich zitternd und un-gleich, keineswegs gemein oder schlecht. Aber die Nacheife-rung war jetzt lebhaft in ihr geweckt. Vaudemont, durchihm wichtigere Gedanken in Anspruch genommen, und wirk-lich eine Gefahr vergessend, welche so gänzlich vorüberge-gangen zu sehn schien, warnte in seinem Briefe Fannynicht davor, allein auszugehen. Sie bemerkte dies; undda sie sich gänzlich erholt von der Angst und Unruhe üben-den auf ihre Freiheit gemachten Angriff, glaubte sie sichjetzt ihres Versprechens entbunden, vor einer verschwund-nen und eingebildeten Gefahr auf der Hut zu seyn. Soeilte sie nach Tisch allein fort und begab sich zu der Schul-lehrerin, wo sie den Elementarunterricht erhalten. Sie