100
Art verlangt von einer Frau, daß sie Viel — oh! so argViel wisse; und Ihr — —"
„Sarah!" unterbrach Fanny sie, wieder aufstehend,aber diesmal mit einem Lächeln im Gesicht, „sprecht nichtWetter davon; ich verzeihe Euch, wenn Ihr versprecht,nie wieder unfreundlich von ihm zu sprechen — nie — nie— nie, Sarah!"
„Aber ich darf ihm doch sagen, daß — daß —"
„Daß was?"
„Daß Ihr so jung und unschuldig seyd, und keinenBeschützer braucht; und daß, wenn Ihr ihn lieben solltet,es eine Schande an ihm wäre — ja das wäre es!"
Und da (oh nein! Fanny, jetzt war Nichts umwölktund verschaltet in Deinem Geist!) da erwachten in ihr dieUnruhe, die Stttsamkeit, der Instinkt, die Angst des Wei-bes , und sie rief:
„Nimmer, nimmermehr! Ich will ihn nicht lieben,ich liebe ihn nicht! gewiß nicht, Sarah. Wenn Ihr mitihm sprecht, Sarah, so seh ich Euch nicht mehr an. Esist Alles vorüber — Alles, liebe Sarah !"
Sie küßte die Alte; und Sarah, im Wahn, daß ihrScharfsinn und Rath den Sieg davongetragen, versprachAlles, um was sie sie bat; so gingen sie als gute Freundemit einander die Treppen hinauf.