hatte. Und jetzt trafen sie sich hier, «m sich Lebewohl zusagen.
„Oh, Camilla!" sagte er mit großer Gemüthsbe-wegung und Augen, die in Thränen schwammen: „seyfest, sey treu! Du weißt, wie mein ganzes Leben in derLiebe zu Dir zusammengedrängt ist. Du gehst Scenenentgegen, wo Alles Dich locken wird, mich zu vergessen.Ich bleibe zurück in den Räumen, die geheiligt sind durchdie Erinnerung an Dich, die mir allstündlich von Dirsprechen werden. Camilla, da Du mich liebst — Du liebstmich — oder nicht? — nachdem Du es gestanden — nach-dem Deine Eltern in unsre Heirath gewilligt, vorausge-setzt, daß Deine Liebe (denn an der meinigen kann keinZweifel seyn,) Ein Jahr — Ein schreckliches Jahr daure:soll ich Dir nicht vertrauen, wie der Wahrheit selbst? Unddoch — wie schwarz ist oft meine Verzweiflung!"
Camilla ergriff unschuldig die Hände, die gefaltetsich gegen sie wie stehend erhoben und drückte sie freund-lich mit den ihrigen.
„Zweifelt nicht an mir — zweifelt nie an meinerLiebe. Hat nicht mein Vater eingewilligt? Bedenkt, es istja nur der Aufschub eines Jahrs!"
„ Ein Jahr! — Könnt Ihr so von einem Jahr, einemganzen Jahr sprechen? Euch ein ganzes Jahr nie sehen— nie hören, außer in meinen Träumen? Und wenn nachVerfluß dieses Jahrs Eure Eltern wankend werden? EuerVater — ich mißtraue ihm immer noch. Wenn dieserAufschub nur den Zweck hätte, Euch von mir zu entwöhnen,