iro
zerbröckelt, in den Staub und Schmutz der gemein-sten Winkelgassen des Unglücks getreten zu scheu;zu sehen wie Leben und Seele, Kräfte und Bestre-bungen des Menschen, von demselben Mangel zer-malmt werden, der die Trebern und den Abschaumseiner Gattung zu Boden drückt; wie sie mit diesenauf einerlei Linie des Mitleids hinabgezwängt, ineiner einzigen verpestenden, schwärenden Wunde fort-eitern: dies ist, wir gestehen es, eine schmerzlichebittere Aufgabe; allein auch sie hat ihren Lohn: siefindet Stolz noch in der Erniedrigung, Lust noch imWeh, und deshalb haben wir sie zwar abgekürzt, abernicht ganz vermieden. Es gibt Einige, die der Blitzdes Schicksals streift, nur um sie heilig zu machen.Unter allen Demüthignngen und Unbilden, unter Al-lem, was von ihrem Leben das Grün abreißt, diestrahlende Höhe ihres Stolzes in den Staub wirft,und ins Herz des Daseins selbst eine plötzliche „selt-same Entstellung" zeichnet, stehen sie aufrecht, zer-splittert, aber unentwurzelt, ein Denkmal minder desMitleids als der Ehrfurcht. Man trifft Menschen,die von einem über allen Zufälligkeiten und allenSchmerzen schwebenden Geist erhoben, über die ent-würdigendsten Verhältnisse den Heiligenschein einereingeborenen, weihenden Kraft ziehen; die Dingeselbst, die, an sich betrachtet, verächtlich und gemeinsind, werden in Verbindung mit ihnen fast ehrwür-dig und göttlich, und ein, wenn auch dämmerigerund schwacher Theil jener nrkräftigen Heiligkeit, diein dem kindgewordenen Gott Majestät über dieKrippe und das Stroh auögoß, ist Denen nicht ver-sagt, die in der Tiefe des Jammers den Engel derTugend an ihrem Herzen nähren, und breitet überdie niedersten Hütten der Erde'einen Ausfluß desHimmelegianzes.