Druckschrift 
5 (1836)
Entstehung
Seite
9
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in bedeutendem Grad die Stille einer zur Gewohn-heit gewordenen Trauer, ja ein wenig von der Mat-tigkeit einer erschütterten Gesundheit in sieb. Dochwar der Ausdruck des Gesichtes trotz dem stolzen Gußder Stirn und des Profils eher wohlwollend als strengoder trüb in seiner Nachdenklichkeit, und die einzel-nen Linien deuteten mehr ans die geordnete Anstren-gung tiefen Sinnens, als auf die Streifzüge übelgeregelter Leidenschaften.

Es klopfte sauft an die Thür, die Klinge wurdeanfgedrückt und das Original des vorhin beschriebe-nen Bildes trat in das Gemach.

Die Zeit war nicht muffig gewesen seit jenesGemälde entworfen worden; die runde, federkräftigeGestalt hatte viel von ihrer Jugend und Frische ver-loren; der Schritt, wenn auch leicht, war matt,»nd in der Mitte der schönen, glatten, etwas einge-sunkenen Wange brannte ein hochrother Fleck einverhänqnifischwcres Zeichen für Die, welche den Laufunserer tödtlichstcn und trügerischesten Nativualkrank-heit beobachtet haben; aber immer noch blieben Formund Gesicht in ausgezeichnetem Grad anziehend undlieblich; und obwohl die Blüthe für immer geschwunden,hielt doch die Schönheit, die selbst der Tod nichtganz zerstört haben würde, noch trinmphirend überSchwäche, Jammer und Krankheit aus.

Sie näherte sich dem Arbeitenden und legte dirHand auf seine Schulter.