Druckschrift 
2 (1836)
Entstehung
Seite
99
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SV

dein sah; als der Bildner sein hohes Werk nach derSchönheit und Kraft des Himmels modelte, derDichter, im Schatten gelagert, von Najaden und Fau-nen und den Bewohnern des Olymps träumte, unddann zu ihrer Anschauung entzükt erwachte; als derMaler, nicht wie jezt, die dürftigen Herrlichkeitenseiner Kunst aus Finsterniß und Einsamkeit heraus-formte, sondern seine Begeisterung mit Einem Schlagaus der Pracht der Erde und ihrer lebendigen Be-wohner schöpfte, und, flehe da, die Leinwand als-bald Leben hauchte! O was ist die dumpfe Wirk-lichkeit, die unzeitige Ausgeburt dieser veränderten,erniedrigten Welt der Welt gemeiner, zwerg-hafter Menschen für Den, dessen Gedanken mitsolchen Erscheinungen erfüllt flnd!"

Damit hielt der Künstler, dessen lang angefachte,im Innern verschlossene Glut endlich so sichtbar, undzum Erstaunen des Freundes, hervorgebrochen war,inn, wie um sich von seinem abirrenden Enthusias-mus zurükzurufen. In der That kamen dergleicheuMomente der Aufregung selten bei ihm vor, ausserwenn er sich etwa ganz allein befand, und auch dannfolgte ihnen fast unabänderlich jene Bedrükung nach,welche die Begleiterin jeder überfeinerten Empfin-dungweise ist. Eine Veränderung wie wenn dervergoldende Sonnenstral eine Wolke wieder verlast,kam über sein Gesicht, und mit leisem Seufzer undunterdrüktem Ton fuhr er fort: