Druckschrift 
2 (1836)
Entstehung
Seite
93
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Geist herein wuchs und schwoll und leuchtete; als erim vergreifenden Glauben des Entzükcns die Angenschloß und nun das Ganze straleud von frischen Far-ben, hell, fertig, mangellos, geschmükt und aufge-dekt für die Unsterblichkeit vor ihm da stand: o welch«in voller, schwellender Moment der Seligkeit brachwie ein entfesselter Strom über sein Gemüth herein!Welcher Lohn für verlorene Jahre, Gesundheit undHofnung! Welche Krone auf die Gesschte und Tnt-zvkungen des Genies, kurz zwar, aber einge-taucht in den Heiligenschein eines Lichtes, das sichleicht für die Glorie des Himmels nehmen ließ!

Aber das Gesicht erbleicht, die glänzenden Ge-stalten verschwimmen in Finsterniß und aus seinemTraum erwachend sieht der Künstler nur die dumpfenWände seines engen Zimmers vor sich; die Leinwandstarrt ihm leer aus dem Rahmen entgegen; die Ge-bilde liegen verkrüppelt, roh, unvollendet von einerunerfahrenen Hand umher; und er fühlt sich selbstsich selbst der nur einen Augenblik vorher der Schö-pfer einer Wunderwclt, der Deminrg herrlicher,übermenschlicher Gestalten gewesen von seinerkurzen Seligkeit herabgeschmettert und seines Zau-berstabs wie seines Thrones beraubt.

Eben in einem solchen Moment wars, wo War-ner aufspringend Clarence, der schweigend ins Zim-mer g.«treten, regunglos vor sich stehen sah.

O Linden!" rief der Künstler,ich habe ei«so stralendes Gesicht gehabt, ein Gesicht daS ich,«nlwer's Roman». XXXVIU. 7