S4
wenn ich auch früher dergleichen Visionen stükweisund durchschimmernd weggehascht, doch nie mit solcherWirklichkeit, solcher Vollendung wie jezt schaute; dochDu sollst sehen, D» selbst sollst urtheilcv, ich will Dirdie Zeichnung hinwcrfen." Und mit einem Stük Kreidezeichnete Warner mit schneller Hand die Umrisse desEntwurfs. Sei» junger Freund ließ es an Lob undRuhmverkündung nicht fehlen, und Warner hörteihm mit einer Wonne zu, die ein höheres Roth überseine bleiche Wange ausgoß, als je das Geflüsterder Geliebten dem Liebenden zuhanchte.
„Ja," sprach er aufstehend, und sein eingesunke-nes, kleines Auge leuchtete von fieberhaftem Glanz,„ja, wenn meine Hand nicht hinter meinem Gedankenzurükbleibt, so wird er sich messen'dürfen selbstmit—." Hier brach der Maler plözlich ab, beschämtüber die Indiskretion seiner Begeisterung, die einemDritten die wol verwahrten Eitelkeiten ausplauderte,die bisher, beinah für ihn selbst ein versiegeltes Ge-heimnis, im Herz seines Herzens verschlossen gelegen-
„Aber komm," rief Clarence liebevoll, „Dei-ne Hand ist fieberhaft und troken, und schon seiteiniger Zeit siehst Du ungewöhnlich matt aus: -komm, Warner, Du must Dir Bewegung machen;es ist ein schöner Abend und Du sollst mir unterdem Gehen Dein Bild «och weitläufer auseinandersezen."
Gewöhnt Clarence zu folgen, gehorchte Warner