65
gung, wie ich es jetzt bin, und — und — ich —würde die Unglückliche sein, die Dir all Dies zu-gebracht. Nimmermehr, Algernon, nimmermehr! —ich liebe Dich zu - zu sehr."
Aber die Anstrengung, womit sie sich die Ent-schlossenheit des Tones abrang, in welchem dieseWorte gesprochen wurden, war zu heftig für längereDauer. Indem die ganze Trostlosigkeit ihrer Ver-zweiflung jach und finster über das Gemüth derWaise hereinbrach, fiel sie wahrhaft seelenkrank aufihren Stuhl zurück und bemerkte in ihrem achtlosenJammer nicht, daß ihre Hand noch von dem Gelieb-ten umschlungen war und ihr Haupt an seine Brustsank.
„Isabelle," sprach er mit der leisen, süßenStimme, die ihrem Ohr der Inbegriff aller irdischenMnsik schien, — „Isabelle, sieh auf — Du Mei-ne — meine Geliebte — sieh auf und höre mich.Vielleicht hast Du Recht, wenn Du sagst die Be-sitzungen meines Hauses werden verloren gehen undmein Vetter werde mir die ungewisse Unterstützungnicht bieten, die ich, selbst wenn er sie böte, nichtannehmen würde; aber, Theuerste, stehen mir nichttausend Wege offen, — im Rechtsfach, in der Staats-verwaltung, in der Armee? — Du schweigst, Isa-belle — sprich!"
Isabelle gab keine Antwort, aber die sanftenans ihn gehefteten Augen drückten durch ihre Trauer