Druckschrift 
1 (1836)
Entstehung
Seite
54
Einzelbild herunterladen
 

51

Kopfs und Halses gänzlich zum Vorschein. SeinHaar, bis jetzt noch verschont von der entstellendenMode des Tags, war von tiefem Lichtbrann, daseben anfing rasch ins Kastanienfarbige überzugehen,und sich in kurzen, dichten Ringeln vom Nacken bisznm Anfang der auffallend weißen und hohen Stirnhinanfkränselte. Die feinen, leicht gezeichnetenBrauen und die langen, dunkelschwarzen Wimperngaben den schnellen, aufmerksamen, leicht nußbraunenAngen eine tiefere und vielleicht sanftere Beschattungals sie außerdem gezeigt haben dürsten. Die Wangewar sehr schön, und das rothe Licht des FcnerS warfeinen künstlichen Ueberflug erhöhter Wärme auf einGesicht, das von Natur mehr Blüthe als Farbehatte, während ein dunkles Reitkleid die feinenUmrisse der Gestalt und das schlanke Ebenmaaßder Glieder in voller Pracht hervorhob.

Indessen waren es trotz ihrer ausgezeichnetenSchönheit weder seine Züge noch seine Kvrperform,was der Erscheinung des jungen Fremdlings de»höchsten Reiz gab, sondern der auffallend kühne,rege, freie, beinah jubelnde Ausdruck, der über demAllen lag. Hier schien die erste Gluth und Lebens-frifche der Jugend zu wohnen, durch keine einzigeFurcht getrübt, in keiner einzigen Hoffnung getäuscht.Hier saß die elastische Springkraft, die unerschöpflicheFülle von Energie, welche in ihrem herausfoterndenStolz der Schwere, der Sorge, den Verheerungender Zeit Trotz boten. Es war ein Gesicht das, wäh-