in der Behandlung der Religion. Ich glaube fest,Schottland bildete gegenwärtig keine so religiöseund ehrwürdige Gesamtheit, wären die tausend un-sichtbaren Kanäle nicht, welche die Neigung zumoralischer Forschung durch das Herz der Mengeausgcströmt haben. Und die Liede für analytische Dis-kussion, die mit tzutcheson begann, hat die demate-rialiflrende Philosophie Neids hervorgernsen.
Wo ich mich nach dem Stand der Sittlichkeitin England »msehe, fällt mir der Mangel an gehö-riger Kultur der Moralwissenschaft auf. Tausendder seichtesten, dürftigsten Bemerkungen über jedenvorkommcndcn Punkt der Moral werden von derPresse zu Tag gefördert und von der Gesezgebungangehört. Man macht Gesezze, bildet Meinungen,empfiehlt Institutionen auf die irrigsten Ansichtenvon der menschlichen Natur und den nothwendigenGeistesverrichtungen hin. Es hat sich eine Kluftgeöfnet zwischen öffentlicher und Privattngend; manhält sie für trennbare Eigenschaften, und Einerkann einen Andern den grösten Schurken in derPolitik nennen, während der Scheltende zugleichversichert, „er wolle jedoch damit seinen Privat-karakter nicht im Mindesten hcrabsezzen!" Da wirdie Sittlichkeit lediglich im äussern Anstand finden,haben wir einen niedrigen, gemeinen Maßstad der
*) Vrgl. über deuselbe» de» Verstoßne», Bdch«.S. 58.