lichen Zwekken, führten Religionskriege, stelltenSchenkungen an dis Kirche als das große Wahrzei-chen der Tugend auf, und die V-rderbuiß der Reli-gion ward das Monopol der Moral.
Somit gebürt cs sich, daß die Wissenschaft derMoral in ihrer ganzen Freiheit und Kühnheit bear-beitet werde als Mittel die Sphäre der religiösenUnterweisung nicht zu ersezzen, sondern zu kräfti-gen, ins Einzelne zu verfolgen und ansznrüsten, zuläutern und zu erweitern. Selbst diejenigen Mora-listen, welche gegen eine gcoffenbarte Religion strit-ten und sich in Materiali-mnS und Skepticismnseiuließen, dienten nur in doppelter Art dazu, Lebenund Kraft der Religion zu uuterstüzzen. Dennerstens haben sie, indem sie die Talente des Klerusaus dem Schlaf wekten und seiner Gelehrsamkeiteinen Sporn gaben, jene große Schaar von Vcr-theidigern hervorgcrnfen, die den Stolz der Kircheansmachen, und ohne jene Verleumder und Gegnerwäre sie jezt nicht im Stand sich der hohen Na-men zu rühmen, die ihr Schmuk und Bollwerksind. Zweitens wirkt die Wachsamkeit der Philoso-phie als Hüterin der Religionsreinheit und hältdiese von zwei Uebeln frei — der Wildheit des Fa-natismus und der Lethargie des Aberglaubens. Wieman von Rom sagte, es bewahre seine Tugend durchdie fortwährende Krafkäusserung und Uebung, zuwelcher es durch die thätige Macht Karthagos ge-zwungen werde, wird die Kraft der Religion durch