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Gewohnheit gewordenen Unmäßigkeit. Sind wirauf solche Art zur Wurzel des Uedels gedrungen, somuffen wir auch nur gegen diese Wurzel unsre Ge-sezze richten. Es gibt zwei Ursachen, welche dieTrunkenheit an Sonntagen begünstigen: gegen diesemüssen wir anzukämpfen suchen, nicht nur weil sieder Heiligung des Sabbaths Eintrag thun, sondernauch weil sie die Sittlichkeit des Staats besserten.
Es gibt zwei Ursachen: die eine ist, daß manden Wochenlohn gewöhnlich am Schluß des Sonn-abends ausbezahlt; da ans diesen ein Tag vollständi-gen Müssigganges folgt, so geht der lässigere undunordentliche Arbeiter, besonders in der Hauptstadt,noch Sonnabend Nachts sogleich in die Brantwein-schenke, kehrt am Sonntag Morgen dahin zurük,vergist Frau und Angehörige und vergeudet fürsein« eigenen Laster das Wochengeld, welches derganzen Familie zu statten kommen sollte. Würde erdagegen Freitag Abends bezahlt und müste Sonn-abends früh wieder ans Geschäft, so hätte er einengebieterischen Beweggrund, sich zur Arbeit nicht un-tauglich zu machen; der Reiz der eben eingenomme-nen Summe würde nicht durch die Aussicht verstärkt,sich, da er den arbeitlosen folgenden Tag zur Erho-lung von dem Trunk habe, ungestraft betrinken zukönnen, der Wochenlohn käme vermuthlich in die Händeseiner Frau und würde zur Erhaltung der Familiegehörig angewandt. Wer die Sinnesart des uner-zogenen armen Mannes auch nur einigermaßen kent,