28
zn lange geschwungen, um nicht an den Gott zuglauben. Und wirklich wäre Derjenige der kläglichstePedant, der eine Verachtung gegen jene große»Werke erkünstelte, die bei ihrem ersten Erscheine»ein Zeitalter erleuchteten und bei ihrer Auferstehungdas Dunkel eines zweiten brachen! Gewiß kann einTheil der langen Jugendzeit kaum nüzlicher ver-wandt werden, als wenn man die BerechtigungDerjenigen prüft, die einen so gewaltigen und dau-ernden Einfluß auf den Menschengeist ausgeiibthaben.
Allein es leuchtet ein, daß, sich der lateinischenund griechischen Sprache sogar völlig bemeistern, nureinen sehr kleinen Theil einer praktischen Erziehungumfassen hieße. Ehmals leuchtete es eben so sehrals eine weise Maßregel ein, der Erlernung dieserSprachen eine ausschlieslicherc Aufmerksamkeitzu weihen, als jezt, denn ehmals enthielten sie alleliterarische Schäzze der Welt, gegenwärtig aber nureinen Theil derselben. Die Literatur Frankreichs,Deutschlands, Englands ist für einen im neunzehn-ten Jahrhundert geborncn Mann mindestens ebenso nothwendig, als diejenige Roms und Athens.
Ader, wendet man ein, das Kinderalter ist un-entbehrlicher nm eine Gewandhcit in de» todtenSprachen zu erlangen, als in den lebenden. Selbstwenn diese Behauptung richtig wäre, so enthieltesie doch keinen Grund, warum die tobten Sprachenallein gelernt werden sollten ; ist Jugend des Geistes